68 wird 50


Walter Roller und Jaroslava Seidlmayer
Das Jahr 1968 war in vielen Ländern der Höhepunkt der linksgerichteten Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen der 1960er-Jahre, die daher auch als 68er-Bewegung bezeichnet werden. In den USA sind das die Proteste gegen den Vietnamkrieg und die schwarze Bürgerrechtsbewegung, deren Anführer Martin Luther King im April des Jahres ermordet wird, in Frankreich die Mai-Unruhen, in der Bundesrepublik die Studentenbewegung, die Proteste gegen die Notstandsverfassung und die außerparlamentarische Opposition, in der ČSSR die brutale Niederschlagung des Prager Frühlings, in Polen die März-Unruhen, die Studentenproteste in Mexiko und in Japan die Proteste von Zengakuren.
Die vhs versucht in ihrer Eröffnungsveranstaltung das komplexe Thema mit zwei Zeitzeugen etwas transparenter und verständlicher zu machen:
Bis Mitte 2018 war der geborene Illertisser Walter Roller Chefredakteur der Augsburger Zeitung. Er hat im März diesen Jahres einen aufsehenerregenden Artikel über die 68er-Bewegung geschrieben, der mit dem Ausspruch gipfelt: "Man sollte die Gesellschaft alle 50 Jahre ordentlich durchlüften".
Jaroslava Seidlmayer war 19 Jahre alt und Studentin für Tschechisch und Deutsch an der Prager Karls-Universität – eine Kommilitonin von Jan Pallach. Sie hat hautnah den Prager Frühling von Alexander Dubček, die Pressefreiheit, die Euphorie zum Widerstand und dann den brutalen und blutigen Einmarsch von Soldaten der Warschauer-Pakt-Staaten, vorwiegend aus Russland, erlebt. 500 000 Soldaten besetzten die damalige ČSSR, was den größten Militäreinsatz nach dem II. Weltkrieg bedeutete.
Moderiert wird der Abend von Ronald Hinzpeter, dem Redaktionsleiter der Neu-Ulmer und Illertisser Zeitung.

1 Abend
Donnerstag, 18.10.2018, 19:00 - 21:00 Uhr
1 Termin(e)
Jaroslava Seidlmayer
V002p
Historische Schranne, Hauptstr. 4, 89257 Illertissen
kostenfrei
Belegung: