Hartmut Richter – "Republikflüchtling" und "staatsfeindlicher Menschenhändler"


Hartmut Richter verweigerte bereits als Schüler die Zusammenarbeit mit der SED. Er lehnte es ab, seinem Pionierleiter über seine Mitschüler Bericht zu erstatten oder der FDJ beizutreten. Als 13-Jähriger beobachtete er den Mauerbau in der Bernauer Straße und schwamm als 18-Jähriger durch den Teltow-Kanal nach West-Berlin, nachdem er zuvor zu einer Bewährungsstrafe wegen Republikflucht verurteilt worden war. In West-Berlin angekommen, begann er zunächst Freunde und Verwandte aus der DDR herauszuholen. Auf den Transitstrecken zwischen Westdeutschland und Berlin gelangten 33 Menschen mit seiner Hilfe in den Westen, bis ein Kontrollposten 1975 seine Schwester im Kofferraum seines Autos entdeckte. Das Bezirksgericht Potsdam verurteilte ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu 15 Jahren Gefängnis, von denen er fünf verbüßte, bevor er von der Bundesrepublik freigekauft wurde. In West-Berlin engagierte er sich bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und warf Flugblätter über die Mauer. Heute leistet Hartmut Richter Aufklärungsarbeit. Erfahren Sie ein bewegendes autobiographisches Schicksal sowie Hintergründe unserer deutschen Geschichte anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Mauerfall".

1 Abend
Montag, 30.09.2019, 19:00 - 21:00 Uhr
1 Termin(e)
Hartmut Richter
V203s
Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus, Hettstedter Platz 2, 89269 Vöhringen
Eintritt (Barzahlung vor Ort):
6,00
(keine Ermäßigung)
Belegung: